Dezember 2009

 

Kein Kind soll beim Sport abseits stehen

"Kids in die Clubs" heißt ein Projekt der Bremer Sportjugend (BSJ), vom dem in Bremen-Nord rund 50 Kinder und Jugendliche profitieren. Ziel ist es, möglichst vielen jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien die Möglichkeit zu eröffnen, am Vereinssport teilzunehmen. Finanziert wird das Ganze ausschließlich durch Sponsoren und private Patenschaften.  "Seit Beginn des Projektes haben wir rund 700 Kinder unterstützt. In diesem Jahr sind es 470 in ganz Bremen. 46 000 Euro wurden an die Vereine weiter geleitet", berichtet Silke Hinken, die bei der Bremer Sportjugend für die Aktion zuständig ist. Acht Euro Monatsbeitrag übernimmt die BSJ pro Kind jeweils für ein Jahr. Danach können die Eltern erneut einen Antrag auf Unterstützung stellen. Zu den zwölf Vereinen in Bremen-Nord, in denen jungen Menschen durch das Projekt eine Mitgliedschaft ermöglicht wird, zählt der Lüssumer
Sportverein (LSV). 15 Mädchen und Jungen aus verschiedenen Abteilungen profitieren dort von der BSJ-Aktion - so auch zwei Kinder von Selma (Name von der Redaktion geändert). "Der Arzt hatte empfohlen, dass meine beiden Asthma kranken Kinder Sport treiben sollten. Darauf hin habe ich mich im Bekanntenkreis umgehört, und die beiden zum Probeturnen beim Lüssumer SV geschickt. Sie waren sofort begeistert", erzählt die aus der Türkei stammende 37-Jährige.  Von der Förderung erfuhr sie durch Margit Lange, die beim LSV für "Kids in die Clubs" Ansprechpartnerin ist. "Der ein oder andere zieht sich zurück, wenn er den Beitragssatz sieht. Dann informiere ich über das Projekt", erzählt die Übungsleiterin und Vorsitzende der LSV-Turnabteilung. Selma helfen die 16 Euro, die sie durch die Unterstützung monatlich spart, sehr. "Mein Mann verdient 920 Euro im Monat. Das ist weniger als der Hartz IV-Satz. Das Geld reicht gerade mal für die Miete und andere wichtige Sachen. Da ich drei Kinder habe, muss ich immer dreimal bezahlen. Da kommt eins zum anderen. Deshalb sind für mich diese 16 Euro viel
Geld", sagt die Lüssumerin, die bereits seit 30 Jahren in Deutschland lebt.  Genau so geht es auch Marie (Name von der Redaktion geändert), deren Mann aus Westafrika stammt und gerade eine Umschulung zum Koch absolviert. Ihre sieben-jährige Tochter und ihr vier-jähriger Sohn sind durch die Unterstützung der Bremer Sportjugend seit Februar im Lüssumer SV. "Sport und Bewegung sind sehr wichtig für die Kinder. Meine Tochter sucht
die Herausforderung. Sie war schon beim Turnen, bei der Rhythmischen Sportgymnastik und beim Trampolin springen. Im Verein können meine Kinder Freude treffen und Freundschaften schließen", sagt die 35-Jährige mit abgeschlossener Berufsausbildung. Gerade in Stadtteilen wie Lüssum, wo viele einkommensschwache Familien und überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund wohnen, spiele der Vereinssport eine wichtige Rolle. "Man weiß, wo die Kinder sind und dass sie nicht rumhängen", finden Selma und Marie. Nicht alle Interessenten können derzeit in die Förderung aufgenommen werden. 150 Kids, davon 20 aus Bremen-Nord, würden gern in die Klubs, doch sie stehen auf der Warteliste, weil die Mittel begrenzt sind. "Rund 50000 Euro sind nötig, um das Projekt aufrecht zu erhalten. Wir brauchen viel Geld", sagt Silke Hinken, die sich über jede Spende freut. Dabei
fließe jeder zur Verfügung stellte Euro zu 100 Prozent in das Projekt. Sämtliche Verwaltungskosten übernehme die Bremer Sportjugend.  Viele Firmen, Organisationen, Privatpersonen oder auch Schulen zeigten sich schon von ihrer großzügigen Seite und einige ließen sich originelle Aktionen einfallen, um den BSJ-Topf zu füllen. So zum Beispiel die Bremer Reederei Harren & Partner, die beim jährlichen Fußballturnier mit Geschäftspartnern sammelte. "Der Jahresbeitrag für ein Kind oder einen Jugendlichen beträgt 96 Euro. Wir haben diesen Betrag für jeweils zwei geschossene Tore gespendet. Da kam einiges zusammen", berichtet Constanze Tschacher von der Reederei. Aus Bremen-Nord gereihte sich bislang nur Arcelor Mittal in den Kreis der Sponsoren ein. Das Geld aus der Restcent-Aktion 2008 war für "Kids in die Clubs" bestimmt. Schirmherr des Projekt, das schon mit dem nationalen Preis für bürgerliches Engagement ausgezeichnet wurde, ist übrigens der Ex-Senator und Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden Willi Lemke. Weitere Informationen und Anträge auf Förderung gibt es auf der Homepage der Bremer Sportjugend unter www.bremer-sportjugend.de Durch "Kids in die Clubs" trainieren derzeit junge Sportler in folgenden Vereinen des Kreissportbundes Bremen-Nord: 1. FC Burg, DLRG Bremen-Nord, Fecht-Club Bremen-Nord, Lüssumer SV, Neurönnebecker TV, SG Aumund-Vegesack, SV Eintracht Aumund, TSV Lesum-Burgdamm, Vegesacker TV, SV Grohn, SG Marßel, Blumenthaler SV.

Quelle: Die Norddeutsche

 

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