Dezember 2009

 

Typen wie Hrubesch, Olic und Ronaldo

Es soll schon mal vorkommen, dass eine Abwehrreihe in der Fußball-Landesliga mit den Knien schlottert, sobald die Offensive des ATSV Sebaldsbrück auf sie zurennt. Oft ist der Spuk wenige Augenblicke später bereits wieder vorbei. Dann jubeln Simon Cakir, David Airich und Kadir Karabas mit ihren Teamkollegen an der Eckfahne und feiern ihren nächsten Treffer. Die drei Offensivspieler bilden derzeit das mit Abstand beste Stadtbremer Torjäger-
Trio. Nach 17 Spieltagen haben sie zusammen 37 der insgesamt 50 Sebaldsbrücker Saisontore erzielt. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Cengiz Cakir, Coach des ATSV Sebaldsbrück, ist stolz auf seine Knipser: "Es ist natürlich
herrlich, solch ein Potenzial im Sturm zu haben." Seine Spieler nennen ihren Trainer "Wicky"- Kadir Karabas, Simon Cakir und David Airich sind, wenn man so will, Cengiz Cakirs Tore-Wikinger. "Wenn sich die drei weiter so entwickeln, haben sie das Zeug für die dritte Liga", ist der Trainer überzeugt.  Noch aber kämpfen sie in der Landesliga um Punkte. Vor allem David Airich erwies sich dabei bisher als zuverlässiger Torgarant. Wenn er in die Höhe steigt, haben seine Gegner im Kopfballduell meist nicht viel zu lachen. "Ich glaube, seine Kopfbälle sind härter als meine Schüsse früher. Zudem ist er menschlich einfach perfekt", schwärmt Cengiz Cakir von seinem mit 14 Treffern besten Stürmer, der in der vergangenen Saison mit 34 Toren der effektivste Angreifer in der Bezirksliga war. "Nach Horst Hrubesch habe ich noch keinen besseren Kopfballspieler kennengelernt. Er ist mein König David." Vom Sportplatz in den Gottesdienst Fast hätte der Coach in dieser Saison bereits auf die Dienste seines Königs verzichten müssen. Im Sommer flatterten Airich einige Angebote aus höheren Spielklassen ins Haus. "Fast wäre
ich in die Bremen-Liga zu OT gewechselt. Letztlich bin ich aber geblieben, schließlich fühle ich mich in dieser Mannschaft pudelwohl." Ein Grund für sein Bleiben war auch die Maßnahme des Vereins, die Heimspiele statt wie bisher um 15.30 Uhr bereits um 15 Uhr anpfeifen zu lassen. "Somit kann ich jedes Mal durchspielen und schaffe es dennoch rechtzeitig zum Gottesdienst", erklärt der sehr gläubige Airich, der in seiner evangelischen Gemeinde bei jeder Messe für die Tontechnik verantwortlich ist und auch schon mal einen Mannschaftsbesuch beim jährlichen Adventssingen organisiert.  Für die Torregie auf dem Spielfeld ist neben Airich auch Kadir Karabas zuständig. Er ist ein Wühler, ein Arbeiter, einer wie Ivica Olic. "Allerdings muss er noch etwas mehr in die Defensivarbeit eingreifen. Aber als junger Spieler lernt er das auch noch", sagt Cengiz Cakir. Der 21-jährige Karabas kam vor der Saison vom Bremen-Liga-Absteiger SC Vahr Blockdiek zum ATSV. In der Jugend kickte er sogar schon für die U18- und U21-Teams von Werder Bremen.
Seine größte Stunde im Sebaldsbrücker Dress ist noch gar nicht so lange her. Im vorletzten Spiel des Jahres drückte er das Leder beim 9:2-Triumph über seinen Ex-Verein aus der Vahr gleich fünfmal über die Linie und schraubte sich mit insgesamt zwölf Treffern unter die besten Stürmer der Landesliga. "Ich bin eiskalt vor dem Tor. Wenn ich zehn Chancen bekomme, mache ich acht davon rein", sagt Karabas selbstbewusst. Dass die drei Torjäger beim ATSV tatsächlich viele Chancen erhalten, liegt vor allem an ihren Teamkollegen. "Letztendlich haben es die Stürmer leicht bei uns, denn sie werden optimal von der gesamten Mannschaft mit Vorlagen gefüttert", sagt Cengiz Cakir. David Airich ist sogar "eher traurig, wenn immer nur die Stürmer in den Vordergrund gestellt werden. Schließlich hat die Abwehr manchmal mehr für ein Tor gearbeitet als wir Stürmer, die den Ball meist nur noch über die Linie schieben müssen." Ein bisschen mehr Anlauf als die beiden zentralen Sturmspitzen Karabas und Airich benötigt derweil Simon Cakir für seine Torerfolge. Der gerade erst 18 Jahre alt gewordene Nachwuchsspieler kommt im 3-5-2-System des ATSV meist über die linke offensive Mittelfeldseite und hat auf dieser Position schon elf Mal ins Schwarze getroffen. Wenn er den Ball bekommt, braucht er nicht lange nachzudenken. "Dann marschiere ich direkt aufs Tor." Wie bei Kollege Karabas war sein persönlicher Saisonhöhepunkt ebenfalls ein Fünferpack, erzielt beim 8:1-Sieg über Sparta Bremerhaven. "Es war unglaublich was da los war. Jeder Schuss von mir war ein Treffer und es war ein überragendes Gefühl, fünfmal bejubelt zu werden", blickt der Nachwuchsfußballer auf sein großes Spiel zurück, in dem er innerhalb der ersten 22 Minuten einen lupenreinen Hattrick schaffte. Mit Fußballspielen Geld verdienen Simon Cakirs größter Traum ist es, mit dem Fußballspielen einmal Geld zu verdienen. Diesem Ziel ordnet er derzeit alles unter - selbst die Schule, die er vorerst hinten an gestellt hat. Zuletzt hat Simon Cakir seine Klasse wieder in der A-Jugend unter Beweis gestellt. Im Pokal-Viertelfinale gegen die U19-Bundesliga-Mannschaft von Werder Bremen erzielte er beim 3:9 alle drei ATSV-Treffer. "Ohne zu übertreiben: Alles was Cristiano Ronaldo in einem Spiel macht, hat Simon in diesem Spiel auch gemacht", sagt Cengiz Cakir, der als Vater zugleich betont, "Simons größter Kritiker" zu sein.
Klar, dass durch die sensationelle Torquote auch andere Vereine auf die drei Sebaldsbrücker Serienknipser aufmerksam geworden sind. Noch konnte der Coach sein Trio beisammen halten, aber "wenn ein junger Spieler die Möglichkeiten hat, sich merklich weiterzuentwickeln, darf man ihm auch keine Steine in den Weg legen", sagt Cengiz Cakir. Bevor es aber für seine Tore-Wikinger in höhere Fußball-Spähren geht, haben die drei noch eine Marke zu knacken.  Schließlich gibt es in der Landesliga noch ein besseres Tore-Trio. Manfred Klein, Mirko Boltjes und Ercan Yilmaz vom Spitzenreiter 1. FC Burg haben noch drei Törchen mehr auf dem Konto als die drei ATSV-Kicker. "Das Schönste wäre es , wenn einer von uns Torschützenkönig wird und wir als Aufsteiger den Durchmarsch in die Bremen-Liga schaffen würden", sagt Kadir Karabas.

Quelle: Die Norddeutsche

 

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