Juni 2011

 

Nationalelf reißt sie nicht vom Hocker

Eintracht Aumunds B-Juniorinnen souveräner Bremer Meister / Kantersieg gegen den Lokalrivalen Burg

Gekickt haben sie zwar schon im Sandkistenalter. Und auch heute, da sie gerade BremerMeister geworden sind, spielt der Fußball eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Aber die Frage,ob er ihnen ein Sommermärchen bescheren könnte, stellen sie sich nicht. Deshalb sitzenmorgen Abend längst nicht alle B-Juniorinnen des SV Eintracht Aumund vor dem Fernseher,wenn die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ihr WM-Auftaktspiel gegen Kanada bestreitet.Jetzt sitzen die Fußball-Mädchen mit ihren Meisters-Shirts im modernen Eintracht-Vereinsheim mit Blick aufs Sportareal. Der Regen lässt das Grün des Rasenplatzes und desWäldchens im Hintergrund noch grüner erscheinen. Hier, an der Hermann-Löns-Straße, wosich der Heidedichter auch wohl gefühlt hätte, haben die Eintracht-Spielerinnen zusammenmit Trainer Friedhelm Osterbrink und Betreuer Andreas Leska große Siege gefeiert - undTore am Fließband geschossen. Gleich 23, bei keinem Gegentreffer, gegen den Lokalrivalen1. FC Burg zum Beispiel. Zwar nur in der Qualifikationsrunde um die Bremer B-Jugend-Meisterschaft - aber der turmhohe Sieg bleibt natürlich ein Highlight in der Rückschau.89:9-Tore und 27 Punkte in neun Spielen sind die beeindruckende Bilanz der Aumunderinnenin der Qualifikation, in der sich ebenso wie in der Verbandsliga-Finalrunde nur der ATSBuntentor als einigermaßen ebenbürtiger Gegner präsentierte. Die Neustädterinnen trotztender Eintracht beim 2:2 auch als einzige Mannschaft ein Unentschieden ab. Mit 28 Punktenund einem Torverhältnis von 53:11 in zehn Meisterschaftsbegegnungen erkämpften underspielten sich die Aumunderinnen den begehrten Titel. Der TSV Melchiorshausen landetemit 18 Punkten (33:31-Tore) weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz vor Buntentor(16/49:28).Osterbrink formt das Team Großen Anteil am Erfolg der jungen Nordbremerinnen hatFriedhelm Osterbrink. Der C-Lizenz-Inhaber steht seit 2006 in Diensten der Eintracht, hat dasTeam geformt. Wobei er aus begabten und spielfreudigen Individualistinnen eine Mannschaft"kneten" musste. "Viele Teams ihres Jahrgangs", sagen denn auch Milena Thoms und EileenSiemer, "treten noch nicht als Mannschaft auf." Mit dem Ball zu rennen oder ihn einfach weitweg zu schießen, könne nicht zu Siegen führen. Die aber haben die Osterbrink-Schützlingeschon in jungen Jahren gefeiert. Auch auf überregionaler Ebene - zum Beispiel als C-Jugend-Team um die nordwestdeutsche Meisterschaft mit einem 1:0 gegen den TSV Schönberg ausSchleswig-Holstein. Die meisten Meisterspielerinnen sind 16 und 17 Jahre alt, gehen noch zurSchule und verbringen auch ihre Freizeit gemeinsam.  Eine Mannschaft, die zusammen gewachsen ist, die der Trainer mit seinem fußballerischenKnow-how und Fingerspitzengefühl kontinuierlich aufgebaut hat und die er natürlich auch inder neuen Saison coachen will. Dann allerdings sind seine Schützlinge laut Statuten desBremer Fußball-Verbandes Damen, spielen folglich in der Landesliga Bremen. Noch nicht inder Verbandsliga, wo die "Uschis", die erste Damenmannschaft des SV Eintracht Aumund,mitmischen.Eintrachts Frauen dominieren den Fußball an der Hermann-Löns-Straße zwar (noch) nicht,aber sie spielen eine zunehmend wichtigere Rolle in der kickenden Abteilung desGesamtvereins. Gleichwohl ist das Interesse der frisch gebackenen Meistermannschaft an derFrauen-WM unterkühlt. Wenngleich ihnen die Namen einiger Starkickerinnen wie FatmireBajramaj, Nadine Angerer, Birgit Prinz oder Alexandra Popp schnell über die Lippenkommen. Aber ins Bewusstsein, erklärt Friedhelm Osterbrink, präge sich natürlich vor allemder Bundesliga-Fußball der Männer ein. Er sei aufgrund der medialen Ausstrahlungallgegenwärtig - also auch bei den Mädchen. Und deshalb sind ihnen die Namen derWerderspieler auch geläufiger als die der Frauen-Nationalmannschaft.  Stiefmütterchen-Dasein Die es vor einem halben Jahrhundert zwar auch schon gab, allerdingsein Stiefmütterchen-Dasein führte. Schließlich hatten sich die DFB-Herren nur mühsam die offizielle Erlaubnis für Frauenfußball abringen lassen. Als Deutschlands Männer 1954 in Bern über Ungarn Weltmeister wurden, war es Deutschlands Vereinen bei Strafe noch verboten, das schwache Geschlecht kicken zu lassen. Doch die Emanzipationswelle machte vor den Toren der Fußballstadien nicht Halt. Wenngleich sich die Aufmerksamkeit auch heute noch nur sporadisch auf den Fußball-Alltag der Frauen konzentriert - was Aumunds Meisterkickerinnen zur Kenntnis nehmen und abhaken.  Sie konzentrieren sich spätestens Ende Juli, wenn das Training wieder beginnt, auf ihre Welt des Fußballs - und die heißt Landesliga. "Da wollen wir als Neuling oben ein Wörtchen mitreden", so Osterbrink. Genaue Infos über den Saisonbeginn werden seine Schützlinge dann wie gewohnt auf der Homepage des Vereins finden. Dort ist zu lesen, wie die Fahrt zum Auswärtsspiel organisiert worden ist oder wer sich vom Training abgemeldet hat. Neben dem Fußballspielen sind die Aumunderinnen eben auch Meisterinnen der modernen Kommunikation.

Quelle: Die Norddeutsche

 

Wetter

1.FC-Burg

hat mit dem

SV Werder Bremen

eine

100%

Patenschaft

1.FC-Burg Song

1.FC-Burg von 1957 e.V. - Sportpark Grambke - An der kleinen Geest 7 - 28719 Bremen - Telefon: 0421 / 6449876