Februar 2012

 

Fußballtrainer schicken ihre Mannschaften in der Winterpause nicht mehr nur zum Laufen, sondern setzen auf Trendsportarten

Nachdem am vergangenen Wochenende alle auf Bezirks- oder Verbandsebene angesetzten Punktspiele der Fußballteams aus dem Landkreis Verden aufgrund der anhaltend schlechten Witterungsbedingungen abgesagt worden sind, sieht es nach aktuellem Stand für den kommenden Spieltag deutlich besser aus. Die Situation zwischen Hoffen und Bangen - hält das Wetter oder schlägt es um, kann gespielt werden oder erfolgt die Absage? - ist zu dieser Jahreszeit natürlich kein Novum für die Fußballer.
Setzen extreme Witterungsbedingungen Menschen und Plätzen zu wie in den vergangenen Wochen, sind die Trainer immer wieder zum Improvisieren gezwungen und müssen sich über Alternativen Gedanken machen. Ein geregelter, fußballgerechter Trainingsbetrieb ist nur selten möglich.
Harald Rehorst, Coach beim Bezirksligisten FC Verden 04, merkt dazu an, "dass ja alle Teams vor dem selben Problem stehen. Wir betreiben schließlich grundsätzlich einen Freiluftsport. Da muss man immer wieder mit Einschränkungen leben." Doch während noch vor Jahren in diesen Phasen fast ausschließlich Laufeinheiten auf dem Trainingsplan standen, muss man sich, so Rehorst, heute schon ein wenig mehr einfallen lassen, "um die Jungs hinter dem Ofen hervorzulocken". Rehorst: "Zu meiner aktiven Zeit als Spieler hat auch ein erfahrener Trainer wie Hartmut Konschal im Winter keine großen Umstände gemacht. Der hat uns vier Mal die Woche zum Laufen geschickt. Damit brauchst du der heutigen Generation nicht mehr zu kommen", so Rehorst, der mit seinem Team am 9. Januar in die Rückrundenvorbereitung einstieg.
Konnten die ersten Einheiten noch auf dem bereits in Mitleidenschaft gezogenen Trainingsplatz durchgeführt werden, ging nach gut zwei Wochen nichts mehr. Seitdem nutzt der FC Verden 04 mögliche Zeiten in den verschiedenen Verdener Sporthallen, trifft sich zu Laufeinheiten oder nutzt eine Ausdauertrainingsalternative, die sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit erfreut: Spinning.
Andre Zerbst, Rechtsverteidiger beim aktuellen Bezirksliga-Spitzenreiter und Auszubildender im Therapiezentrum Blender, verrät, dass sein Arbeitgeber aktuell verstärkt von Fußballmannschaften besucht wird: "In den letzten Wochen haben uns etwa 18 bis 20 unterschiedliche Teams besucht und Spinningeinheiten oder Muskelaufbaukurse gebucht. Die Tendenz ist weiter steigend." Auch beim TSV Dörverden ist man im Rahmen der Vorbereitung bereits aufs Rad gestiegen. "Von bisher 17 Einheiten konnten wir gerade sieben mehr schlecht als recht auf dem Platz durchführen. Ansonsten waren wir laufen, in der Halle aktiv oder haben uns mit Alternativsportarten wie Squash und Badminton fitgehalten", berichtet Trainer Andre Koopmann, der auch den Besuch eines "Aquajogging-Kurses" im Verdener Schwimmbad noch auf der Agenda hat. Das Programm beim TSV Dörverden ist also abwechslungsreich zusammengestellt. Die Spieler danken es ihrem Trainer mit einer hohen Beteiligung. "16 bis 18 Spieler sind immer dabei. Das ist für den Winter schon ein sehr guter Wert", so Koopmann, der bisher nur ein Testspiel (1:5 gegen den Rotenburger SV) durchführen konnte.
Etwas weiter ist da schon Dörverdens Gegner vom kommenden Wochenende, der TSV Ottersberg II. Durch den guten Kontakt von Trainer Gregor Schoepe zu Bremer Fußballvereinen konnten Testspiele auf Kunstrasen absolviert werden. So gab es zwar Niederlagen gegen den 1. FC Burg (4:6) und den Rotenburger SV (0:2), aber immerhin konnte unter Wettkampfbedingungen getestet werden, so dass aus dem Punktspiel- kein Kaltstart wird. Ansonsten war die Oberligareserve über die Spinning- oder Laufeinheiten hinaus auch in der Soccerhalle Bremen-Habenhausen aktiv.
Auch die beiden Verdener Landesligisten vom TB Uphusen und vom TSV Etelsen waren in den letzten Wochen in erster Linie um Alternativen bemüht. Uphusens Trainer Andre Schmitz gelang es teilweise recht kurzfristig, gleich vier Testspiele auf Kunstrasen zu vereinbaren, die allesamt durchgeführt werden konnten. Sein Trainingsplan liest sich hingegen wie der der Konkurrenz: Laufen, Halle, Spinning. Erst in dieser Woche ist wieder reines Fußballtraining möglich.
Ganz neue Wege beschritt der TSV Etelsen. In der Squashhalle Achim-Baden wurde eine vereinfachte Form der Trendsportart Racketlon getestet. Dabei wurde mannschaftsintern der Sieger beim Squash, Badminton und Tischtennis ermitteln. Testspiele fanden ebenfalls auf Kunstrasen statt, so im Rahmen des Blitzturniers auf der Sportanlage des TV Oyten.
Wohl den Fußballmannschaften, die in Zeiten solcher Wetterkapriolen nicht auf Naturrasen angewiesen sind, sondern auf den resistenteren Kunstrasen ausweichen können. Mit Freude vernahm der FC Verden 04 zu Beginn des Jahres die Entscheidung der Stadt Verden, auf dem Trainingsgelände einen solchen Kunstrasenplatz zu installieren. Noch in diesem Jahr sollen die Baumaßnahmen beginnen, so dass dem Verein wohl schon ab dem Herbst eine neue, wertvolle Alternative zur Verfügung steht. "Das erleichtert natürlich vieles, aber bis dahin muss man mit der derzeitigen Situation auch zurechtkommen. Eine optimale Vorbereitung hat sicher kaum ein Verein absolviert. Von daher kann es nun am Sonntag gerne auch endlich losgehen", so FC-Trainer Rehorst, der damit vermutlich vielen Kollegen aus der Seele spricht.

Quelle: Achimer Kurier
 

 

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