November 2012

 

Torhungriges Leichtgewicht

Nils Husmann hat in neun von zehn Spielen des Fußball-Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack auf dem Feld gestanden – in sieben hat er getroffen: Der 24-Jährige ist in dieser Saison der Toptorjäger der Nordbremer, die dem Spitzenduo nach einem Fehlstart hinterhecheln. Insgesamt hat der Außenstürmer, der mit der SAV morgen auf den Tabellenzweiten Bremer SV trifft, bereits elf Treffer erzielt.
Wendig, schnell, dynamisch, quirlig – so beschreibt Kristian Arambasic seinen Außenstürmer Nils Husmann, der mit elf Saisontreffern der derzeit erfolgreichste Torschütze des Fußball-Verbandsligisten SG Aumund-Vegesack ist. Dass der 25-Jährige derzeit Tore wie am Fließband erzielt, liegt vielleicht auch daran, das die Gegner ihn nicht immer auf der Rechnung haben. SAV-Trainer Kristian Arambasic: „Er ist einer der meist unterschätzten Spieler der Bremen-Liga.“
Warum das so ist, liegt vielleicht auch an Äußerlichkeiten. Sein Coach bezeichnet ihn wegen seiner 65 Kilogram bei 1,78 Meter Körpergröße als „extremes Leichtgewicht“. Ein Leichtgewicht, das oft nicht zu fassen ist, aber manchmal auch den Kopf in den Sand steckt. „Wenn er ordentlich beackert wird, dann hat er Probleme sich zu behaupten. Er hat es in der Jugend einfach nicht gelernt, sich durchzusetzen“, erklärt Arambasic, der aber genau an dieser Schwäche mit ihm im dritten Jahr bei der SAV arbeitet und jetzt gemeinsam die Früchte in Form von Toren und Torvorlagen erntet. „Er nimmt sich im Spiel zwar Pausen, aber wenn er vor der Kiste ist, dann macht er die Buden“, weiß der Coach um die Qualität seines flinken Flügelmannes, der eine Erklärung dafür zur Hand hat, warum es in dieser Saison für ihn so gut läuft: „In meinem ersten Jahr bin ich mit einem schweren Bänderriss zur SAV gekommen, in der zweiten Saison konnte ich die Vorbereitung wegen eines Mittelhandbruchs nicht richtig mitmachen.“
Die jetzt vorhandene Fitness hat Folgen für die Gegner, die Nils Husmann so beschreibt: „Ich habe eine gute Quote vor dem Tor. Ich bin konsequent.“
Die Konsequenz bezieht sich allerdings in erster Linie auf das Fuß- und nicht auf das Kopfballspiel. Auch wenn Nils Husmann in jedem Jahr auch einen Kopfballtreffer erzielt, weiß er um seine Schwäche in der Luft: „Das Köpfen habe ich nie so richtig gelernt.“ Ein Versäumnis des TuS Eintracht Bremen und der daraus entstandenen SG Findorff, bei der Nils Husmann von kleinauf als Stürmer auflief und trotzdem Torschütze vom Dienst war. Das galt auch für die anschließenden drei Herrenjahre bei VfL 07, in denen seine besonderen Fähigkeiten Kristian Arambasic auffielen, der seinen ehemaligen Mannschaftskameraden später zur SAV lotste. Wo er nicht mehr die klassische Sturmspitze ist, sondern ein rechter Flügelstürmer, der seine Schnelligkeit und Beweglichkeit ausspielt. Und plötzlich mehr Tore denn je erzielt. „Sonst waren es so 13 pro Saison“, blickt Nils Husmann zurück. Jetzt sind es schon elf nach zehn Spieltagen.
Elf Tore des jungen Mannes, der Windenergietechnik studiert hat und gerade seine Bachelorarbeit schreibt, die seine glänzende Verfassung belegen, die der SAV aber nicht zu einem glänzenden Saisonstart verhelfen konnten. „Wir wollten Meister werden“, verhehlt der 25-Jährige das Saisonziel nicht, von dem „wir bei acht Punkten Rückstand momentan meilenweit entfernt sind“. Doch die Hoffnung lebt. „Jetzt ist es einfacher aus der Position, wir haben keinen Druck“, meint Nils Husmann und hofft, dass „wir in den nächsten Wochen mit einer Serie nach oben herankommen und in der Rückrunde nicht nur um die goldene Ananas spielen.“
Gestartet werden soll die Serie morgen im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Bremer SV (Husmann: „Ich will keinen Tipp abgeben. Aber es ist ein Duell auf Augenhöhe“), danach warten Tabellenführer Werder Bremen III sowie die beiden Nordrivalen Blumenthaler SV und 1. FC Burg. Druck ist also schon da, nur in anderer Form. Die SAV ist vom Gejagten zum Jäger geworden. Und mit Hilfe des besonders flinken Jägers Nils Husmann wollen die Nordbremer jetzt erstmal die Qualifikation für das Amateur-Hallenturnier in der ÖVB-Arena am 23. Dezember erbeuten (Husmann: „Ein absolutes Muss. Wenn wir nicht dabei wären, wäre es eine Riesenenttäuschung“) und zudem den Gejagten keine Verschnaufpause gönnen. Nach dem noch verloren gegangenen Wendepunktspiel bei Union 60 und drei darauffolgenden Siegen scheint sich die SAV jedenfalls auf dem richtigen Weg zu befinden, Werder III und den Bremer SV nicht nur mit einzelnen Jägern wie ihrem besten Torschützen Nils Husmann zu verfolgen, sondern mit einer hungrigen Meute.

Quelle: Die Nordeutsche

 

 

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