November 2012

 

Kleinere Teams, höhere Beiträge

Saftige Erhöhungen der Beiträge, attraktivere Angebote für Ehrenamtliche, grundlegende strukturelle Änderungen des Verbandes und Punktspiele bei den Herren und Frauen auch mit Achter- oder Neuner-Mannschaften – der Fußballsport in Bremen-Nord steht vor einem tiefgreifenden Modernisierungsprozess.
Im Februar dieses Jahres fand in Kassel ein dreitägiger Amateurfußball-Kongress des DFB statt. Die Ergebnisse sind mittlerweile dokumentiert und bilden die Basis für einen Meinungsbildungsprozess in allen deutschen Fußballkreisen. Der kleinste unter ihnen ist in Bremen-Nord beheimatet. Und auch der, so der Vizepräsident des Bremer Fußball-Verbandes, Dieter Stumpe, müsse sich in den kommenden zehn Jahren auf grundlegende Neuerungen einstellen.
Stumpe erläuterte die Kasseler Kongress-Ergebnisse jetzt während einer Informationsveranstaltung des nordbremisches Fußballkreises in der Begegnungsstätte Lemwerder. Die Resonanz auf die Einladung war allerdings bescheiden: Nur sechs der 14 in Bremen-Nord beheimateten Vereine entsandten Vertreter. Doch was Stumpe ihnen erläuterte, dürfte sich angesichts der Brisanz sehr schnell im gesamten Fußballkreis herumsprechen.
„Ohne Moos nichts los“ – dieser allgemeine Slogan hat sich mittlerweile zum Schreckgespenst auch der nordbremischen Fußballfunktionäre entwickelt. Weil die öffentliche Hand die finanzielle Förderung kontinuierlich zurückfährt und die Beitragszahler weniger werden, gleichzeitig aber die Kosten unter anderem für Platzpflege, Strom, Wasser, EDV und Heizung steigen, steht vielen Vereinen das Wasser finanziell bis zum Hals. Zudem werden teilweise bis zur Kreisklasse Handgelder an Spieler gezahlt. „Es führt kein Weg an Beitragserhöhungen vorbei“, sagt Stumpe. Die Vereine müssten ihre Mitglieder als Kunden verstehen und selbstbewusst zeitgerechte Beiträge erheben, heißt denn auch eine Kasseler Maxime. Darüber hinaus benötigten Amateurvereine im Fußball lebensfähige Mindestgrößen. Mit anderen Worten: Fusionen werden zwingend notwendig sein.
Eine andere große Herausforderung für die Vereine ist der „Erosionsprozess“ beim freiwilligen ehrenamtlichen Engagement. Zwischen 2004 und 2009 sind dem deutschen Amateursport rund 650 000 ehrenamtliche Helfer verloren gegangen. Auf Bremen-Nord übertragen, bedeutet das einen Verlust von rund 800 Frauen und Männern, die sich uneigennützig zur Verfügung gestellt hatten. Dabei ist die sogenannte Engagementquote in der Bevölkerung von rund 36 Prozent stabil geblieben. Stumpe, der auch Vorsitzender des 1. FC Burg ist: „Wir müssen uns aber auf einen neuen Typus von Ehrenamtlichen einstellen, der sich nicht aus alter Gewohnheit und Vereinstreue, sondern für bestimmte Projekte und Anlässe einbringt, die ihm persönliche Genugtuung bringen.“
Schiedsrichterausschuss nicht nötig
Mit diesen „unbequemeren“ Ehrenamtlichen müssen sich in Zukunft auch die Verbände auseinandersetzen und sich zudem mehr als bisher als Dienstleister der Vereine verstehen. Stumpe sprach auf der Tagung der nordbremischen Vereinsvertreter von neuen Strukturen und einer Zentralisierung in den Verbänden. Ein Schiedsrichterausschuss auf Kreisebene zum Beispiel sei nicht erforderlich.
Gewohnheitsbedürftige Änderungen dürfte es in den kommenden Jahren nach Stumpes Worten auch im Spielbetrieb geben. Wie es bei den jüngeren Jugendlichen schon heute gang und gäbe ist, soll laut Kasseler Empfehlung auch bei den Erwachsenen aller Altersklassen das „Norweger-Modell“ Einzug halten. Das bedeutet: Pflichtspiele mit acht gegen acht oder neun gegen neun Spielern, wenn für die „Elfer-Klassen“ nicht genügend Aktive zur Verfügung stehen. Die nordbremischen Fußballvereine können nun ihre Vorstellungen vom Spielbetrieb der Zukunft in Anträgen zusammenzufassen, über die auf dem nächsten Verbandstag des Bremer Fußball-Verbandes im Juni 2013 abgestimmt wird.

Quelle: Die Norddeutsche

 

 

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