November 2012

 

Zum Zuschauen verdammt

Das Ziel vor Saisonbeginn war klar abgesteckt: Die SG Aumund-Vegesack wollte Meister, der 1.FC Burg nicht Absteiger aus der Fußball-Bremen-Liga werden. Während sich die Grünen vom Sportpark Grambke auf Kurs befinden, sind die Grün-Weißen aus der alten Hafenstadt abgedriftet. Am Sonnabend um 14 Uhr treffen die beiden Nordrivalen aufeinander.
Wenn Schiedsrichter Dennis Stahmann aus Borgfeld die Begegnung zwischen dem 1. FC Burg und der SG Aumund-Vegesack morgen um 14 Uhr anpfeift, werden zwei Spieler dabei sein, die in der vergangenen Saison wesentlichen Anteil am erfolgreichen Burger Fight gegen den Abstieg hatten und anschließend zur SAV wechselten: Allerdings werden Mirco Boltjes (24) und Andy Boachie (23) das Spiel nur als Zuschauer verfolgen können. Boltjes ist beruflich stark eingespannt und kann beim ambitionierten Bremen-Ligisten allenfalls aushelfen, Boachie hat wegen einer langwierigen Verletzung überhaupt noch nicht Tritt gefasst.
Dabei hatten die beiden Ex-Burger in den Meisterschaftsplanungen von SAV-Trainer Kristian Arambasic eine wichtige Rolle gespielt. Und zunächst schien es auch, als sollten Boltjes und Boachie die Hoffnungen erfüllen können. Nach seinem Meniskusanriss stieg der 23-jährige Abwehrspezialist mit Offensivdrang voll ins Training ein, doch dann schwoll das lädierte Knie an, gesellten sich Schmerzen im Oberschenkel hinzu, die von einer Schambeinentzündung herrühren, wie eine ärztliche Untersuchung gerade ergeben hat. „Das kann dauern“, zeigt sich der Industriekaufmann zerknirscht. Dennoch hofft sein Trainer, dass Andy, „für den das alles sehr unglücklich gelaufen ist“, in der Rückrunde wieder fit ist. Ihn schmerze es natürlich auch, wenn er Wochenende für Wochenende dem Team nicht helfen könne, sagt Boachie.
Boltjes auf Abruf bereit
Mit dem anderen Ex-Burger, mit Mirco Boltjes, wird der SAV-Trainer über einen längeren Zeitraum nicht rechnen können. Der Bankkaufmann hat zwar seine Verletzung (Außenbandriss) überwunden, kann aber weder das komplette Training der ersten Herrenmannschaft absolvieren, noch sonnabends rechtzeitig zum Spielbeginn erscheinen. Grund: Der Mittelfeldstratege absolviert an der Uni Bremen ein zusätzliches Studium, das ihn noch rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen dürfte. Realistisch betrachtet, wird er in dieser Zeit nur für die SAV-Reserve auflaufen. „Aber ich helfe natürlich in der Ersten aus, wenn ich gebraucht werde“, bekräftigt Boltjes.
Daumen drücken für die SAV
Morgen will er jedoch zusammen mit Andy Boachie das Kräftemessen seiner alten und seiner neuen Mannschaft verfolgen. Beide freuen sich auf das Wiedersehen mit alten Freunden und Mannschaftskameraden, die Daumen drücken sie aber nach eigenen Worten nur für ihren neuen Verein. Und das kann die SG Aumund-Vegesack nach dem bislang nicht zufriedenstellenden Saisonverlauf auch dringend gebrauchen. Die Meisterschaftsträume hat sich Kristian Arambasic erst einmal abgeschminkt, liegt sein Team doch zehn Punkte hinter Spitzenreiter SV Werder Bremen III auf Rang vier. „Wir haben leider unnötig Boden verloren und in wichtigen Spielen im Kollektiv versagt“, zeigt sich der SAV-Coach selbstkritisch. Den dritten Tabellenplatz gibt er jetzt als neues Saisonziel aus, wenngleich auch das nicht im Schongang zu erreichen ist. Das dürfte sich schon morgen zeigen.
Mit dem 1. FC Burg haben die Vegesacker indes noch ein Hühnchen zu rupfen, verloren sie doch die letzte Begegnung am 10. März 2012 mit 1:3. Gegen einen Gegner, der mit Mirco Boltjes und Andy Boachie eine furiose Aufholjagd hingelegt und damit den kaum für möglich gehaltenen Klassenerhalt gesichert hatte. Und der als „potenzieller Abstiegskandidat“ seine Skeptiker bislang überrascht hat. „Die Burger haben das bisher toll gemacht. Sie leben vom Wir-Gefühl und von der Leidenschaft“, zollt Arambasic dem morgigen Gegner ein wenig neidvoll Respekt.
Dessen Trainer Frank Seidler blickt dem Lokalderby derweil gelassen entgegen: „Wir wissen, dass die SAV eine gute Mannschaft ist, werden aber wieder alles, was wir können, in die Waagschale werfen“, kündigt Seidler an. Und das, was die Burger auf die Waage legen, ist von Spieltag zu Spieltag mehr geworden. Zu ihren bekannten kämpferischen Qualitäten hat sich eine „positive spielerische Entwicklung“ gesellt, wie Seidler nach fünf Monaten im Amt zufrieden feststellt. Er kann personell aus dem Vollen schöpfen, beim Gegner steht noch ein kleines Fragezeichen hinter Nils Göcke, der sich am vergangenen Wochenende im Derby gegen den Blumenthaler SV (1:1) eine Platzwunde an der Stirn zuzog.

Quelle: Die Norddeutsche

 

 

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